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Nachtkerze, Heilpflanze des Jahres 2026: Was die Nachtkerze so besonders macht

Dr. Jana Palm
5 Minuten

Gelbe Blute der Gemeinen Nachtkerze (Oenothera biennis), Heilpflanze des Jahres 2026 und botanischer Ursprung von Nachtkerzenöl

In diesem Artikel

Die Gemeine Nachtkerze (Oenothera biennis) wurde vom NHV Theophrastus zur Heilpflanze des Jahres 2026 gekürt. In diesem Artikel erklären wir, was die Nachtkerze botanisch ausmacht, warum ihr Öl ein besonderes Fettsäureprofil hat und welche Rolle Nachtkerzenöl in der pflanzenheilkundlichen Tradition spielt.

Warum wurde die Nachtkerze zur Heilpflanze des Jahres gewählt?

Der Naturheilverein NHV Theophrastus kürt seit über 20 Jahren eine Pflanze, deren Bedeutung für die Naturheilkunde besonders gewürdigt werden soll. Für 2026 fiel die Wahl auf die Gemeine Nachtkerze. Die Auszeichnung als Nachtkerzenöl Heilpflanze des Jahres soll die Pflanze und ihr Samenöl einer breiteren Öffentlichkeit bekannt machen.

Die Nachtkerze ist dabei keine neue Entdeckung. Sie stammt ursprünglich aus Nordamerika und wurde im 17. Jahrhundert als Zierpflanze nach Europa gebracht. Bereits die nordamerikanischen Ureinwohner nutzten die zerstampften Samen als Heilmittel. In Europa geriet die Pflanze jedoch lange in Vergessenheit – bis man 1919 entdeckte, dass die Samen einen hohen Anteil an Gamma-Linolensäure (GLA) enthalten.

Was ist die Gemeine Nachtkerze botanisch?

Oenothera biennis ist eine zweijährige krautige Pflanze aus der Familie der Nachtkerzengewächse (Onagraceae). Sie wird bis zu 1,5 Meter hoch und bildet im ersten Jahr eine flache Blattrosette am Boden. Im zweiten Jahr erhebt sich daraus ein kräftiger Stängel mit großen, leuchtend gelben Blüten.

Das Besondere: Die Blüten öffnen sich erst in der Dämmerung - daher der Name Nachtkerze. Nach der Bestäubung entwickeln sich längliche Samenkapseln, aus denen das wertvolle Öl gewonnen wird. Für die Gewinnung von nur einem Gramm Öl werden etwa 10.000 Samenkörner benötigt - ein Grund, warum Nachtkerzenöl zu den teureren Pflanzenölen gehört.

Die Pflanze ist anspruchslos und wächst auf trockenen, sandigen Böden, an Wegrändern und Bahndämmen. In Europa ist sie inzwischen weit verbreitet und oft verwildert anzutreffen. Blüten, Blätter, Samen und die fleischigen Pfahlwurzeln sind essbar. Der volkstümliche Name "Schinkenwurz" verweist auf den Nährwert und die Farbe der Wurzeln.

Was macht das Öl der Nachtkerze so besonders?

Das Fettsäureprofil unterscheidet Nachtkerzenöl von den meisten anderen Pflanzenölen. Die wichtigsten Bestandteile:

  • Linolsäure (Omega-6): 70-75% des Gesamtöls. Eine essentielle Fettsäure, die der Körper nicht selbst bilden kann
  • Gamma-Linolensäure (GLA): 8-14% Eine seltene Omega-6-Fettsäure, die in nur wenigen Pflanzenölen vorkommt
  • Ölsäure (Omega-9): 5-10% Eine einfach ungesättigte Fettsäure

GLA ist deshalb so relevant, weil der Körper sie zwar aus Linolsäure selbst herstellen kann, die Umwandlung aber ineffizient ist. Faktoren wie Alter, Stress, Alkohol und bestimmte Erkrankungen hemmen das dafür zuständige Enzym (Delta-6-Desaturase).

Welche Tradition hat die Nachtkerze in der Naturheilkunde?

Die Geschichte der Nachtkerze als Nutz- und Heilpflanze reicht weit zurück. In Nordamerika nutzten indigene Völker die Pflanze sowohl als Nahrungsmittel (Wurzeln, Blätter, Samen) als auch als pflanzliches Heilmittel. In Europa galt die Wurzel der Nachtkerze lange als kräftigendes Gemüse.

Seit der Entdeckung der Gamma-Linolensäure in den Samen hat sich der Fokus auf das Öl verlagert. In der traditionellen Pflanzenkunde wird Nachtkerzenöl besonders im Bereich Haut und Frauengesundheit geschätzt. Die Auszeichnung als Heilpflanze des Jahres 2026 soll dazu beitragen, diese Tradition einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.

Wie wird Nachtkerzenöl eingenommen?

Dass Nachtkerzenöl als Heilpflanze des Jahres gewählt wurde, hat das Interesse an der richtigen Einnahme deutlich gesteigert. Nachtkerzenöl kann als Langzeit-Supplement eingenommen werden. Unsere Bio-Nachtkerzenöl Kapseln enthalten 500 mg kaltgepresstes Bio-Nachtkerzenöl pro Kapsel. Die Tagesdosis von 6 Kapseln liefert 3.000 mg Nachtkerzenöl mit 2.225 mg Linolsäure.

Die Einnahme sollte zu einer fetthaltigen Mahlzeit erfolgen, da die fettlöslichen Fettsäuren zusammen mit Nahrungsfett besser aufgenommen werden. Wir empfehlen deshalb eine konsequente Einnahme über mindestens 8 Wochen, bevor du bewertest, ob das Öl zu deiner Routine passt. Alle Details zur Dosierung, zum Zeitpunkt und zur Kombination findest du im Guide: Nachtkerzenöl Kapseln richtig einnehmen.

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ZUM PRODUKT

Nachtkerzenöl vs. Schwarzkümmelöl: Was passt besser?

Eine häufige Frage: Soll ich Nachtkerzenöl oder Schwarzkümmelöl nehmen? Die Antwort: Es kommt auf das Ziel an. Nachtkerzenöl liefert GLA, Schwarzkümmelöl liefert Thymochinon. Beide Öle sind Omega-6-Quellen mit unterschiedlichen Profilen und können problemlos parallel eingenommen werden - sogar zur selben Mahlzeit. Wie sich die beiden Öle im Detail unterscheiden, erklären wir im Artikel über Kaltpressung.


Häufige Fragen

Kann ich Nachtkerzenöl dauerhaft einnehmen?

Ja. Anders als ätherische Öle (wie Oreganoöl), die nur kurweise angewendet werden sollten, ist Nachtkerzenöl ein Nahrungsöl mit essenziellen Fettsäuren. Eine langfristige Einnahme ist unbedenklich.

Ist Nachtkerzenöl das Gleiche wie Nachtkerzen-Tee?

Nein. Nachtkerzenöl wird aus den Samen gepresst und enthält die Gamma-Linolensäure. Nachtkerzen-Tee wird aus den getrockneten Blättern zubereitet und enthält andere Inhaltsstoffe - hauptsächlich Gerbstoffe. Die GLA-Zufuhr erhält man nur über das Samenöl.

Nachtkerzenöl oder Schwarzkümmelöl - was passt besser?

Beide Öle haben unterschiedliche Fettsäureprofile und können sich ergänzen. Schwarzkümmelöl (Nigella sativa) enthält unter anderem den sekundären Pflanzenstoff Thymochinon und hat ein anderes Fettsäureprofil. Nachtkerzenöl ist eine der wenigen natürlichen Quellen für Gamma-Linolensäure. Wer beide Öle einnehmen möchte, kann dies parallel tun - sie konkurrieren nicht um dieselben Aufnahmewege.

Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung sowie eine gesunde Lebensweise. Die empfohlene tägliche Verzehrmenge darf nicht überschritten werden. Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.


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