In Deutschland nehmen etwa 30 % der Erwachsenen regelmäßig Nahrungsergänzungsmittel ein. Gleichzeitig betonen Ernährungsgesellschaften, dass eine ausgewogene Ernährung den Bedarf an den meisten Nährstoffen decken kann. Wer hat Recht? Sind Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll – oder überflüssig? Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an. Auf den Nährstoff, auf die individuelle Situation und auf die Qualität des Produkts. In diesem Artikel erklären wir, wann Supplements die Ernährung tatsächlich ergänzen können und worauf du bei der Auswahl achten solltest. Wann sind Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll? Die Grundregel ist einfach: Eine ausgewogene Ernährung bleibt die Basis. Supplements ergänzen – sie ersetzen nicht. Die Frage ist deshalb nicht „Brauche ich Supplements?", sondern: „Gibt es in meiner konkreten Situation eine Lücke zwischen Bedarf und Zufuhr?" Es gibt fünf Situationen, in denen Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein können: 1. Erhöhter Bedarf durch Lebensstil Sport, körperliche Belastung und chronischer Stress erhöhen den Verbrauch bestimmter Nährstoffe. Magnesium geht über den Schweiß verloren und wird bei Stress vermehrt über die Nieren ausgeschieden. Vitamin B1 wird proportional zum Kohlenhydratkonsum verbraucht – wer viel Kohlenhydrate als Trainingsenergie nutzt, hat einen überproportional hohen Thiaminbedarf. In beiden Fällen kann der erhöhte Verbrauch durch die Ernährung allein schwer auszugleichen sein. 2. Ernährungsbedingte Einschränkungen Vegane und vegetarische Ernährung liefert bei einigen Nährstoffen weniger als Mischkost. Vitamin B12 ist das bekannteste Beispiel. Aber auch Magnesium und Zink können bei pflanzlicher Ernährung knapp werden – Phytinsäure aus Vollkorn und Hülsenfrüchten hemmt die Aufnahme von Mineralstoffen. Unser demnächst erhältliches Zink Bisglycinat adressiert genau dieses Problem: Die chelatierte Form umgeht den Phytinsäure-Block über Aminosäure-Transporter. 3. Altersbedingte Veränderungen Mit zunehmendem Alter nimmt die Nährstoffresorption im Darm ab, gleichzeitig essen ältere Menschen oft weniger und einseitiger. Laut Nationaler Verzehrsstudie erreicht ein relevanter Anteil der über 65-Jährigen die empfohlene Zufuhr bei mehreren Nährstoffen nicht. 4. Saisonale oder geografische Faktoren In Deutschland reicht die Sonneneinstrahlung von Oktober bis März nicht aus, um über die Haut ausreichend Vitamin D zu bilden. Vitamin D3 in Kombination mit K2 gehört zu den am häufigsten empfohlenen Supplements in den Wintermonaten – auch dieses Produkt werden wir in Kürze in unser Sortiment aufnehmen. 5. Pflanzenstoffe, die in der modernen Ernährung selten vorkommen Nicht alle Supplements liefern klassische Vitamine oder Mineralstoffe. Pflanzliche Öle wie Schwarzkümmelöl oder Nachtkerzenöl enthalten sekundäre Pflanzenstoffe (Thymochinon, Gamma-Linolensäure) und spezifische Fettsäureprofile, die in der modernen westlichen Ernährung praktisch nicht vorkommen. Hier geht es weniger um Mangelprävention als um die gezielte Ergänzung mit Rohstoffen, die seit Jahrhunderten in der Pflanzenkunde geschätzt werden. Wann sind Nahrungsergänzungsmittel nicht sinnvoll? Genauso wichtig wie die Frage, wann Supplements sinnvoll sind, ist die Frage, wann sie es nicht sind: Als Ersatz für eine schlechte Ernährung: Kein Supplement kompensiert eine Ernährung aus Fast Food und Fertigprodukten. Die Matrix aus Ballaststoffen, sekundären Pflanzenstoffen und Mikronährstoffen in echten Lebensmitteln lässt sich nicht in eine Kapsel packen Auf Verdacht und ohne konkreten Bedarf: Wer wahllos Supplements stapelt, ohne zu wissen, ob ein Mangel vorliegt, gibt Geld aus, ohne einen messbaren Nutzen zu erzielen Bei überzogenen Gesundheitsversprechen: Produkte, die Heilung, Gewichtsverlust oder Anti-Aging versprechen, sind fast immer unseriös. In der EU sind gesundheitsbezogene Aussagen streng reguliert – nur wissenschaftlich geprüfte Health Claims sind zugelassen Worauf sollte man bei der Auswahl achten? Damit Supplements tatsächlich einen Mehrwert bieten, kommt es auf die Qualität an. Fünf Kriterien helfen bei der Bewertung: Dosierung: Orientiert sich das Produkt an der DGE-Mindestempfehlung oder bietet es eine bedarfsgerechte Dosierung? Bei Vitamin B1 liegt die DGE-Empfehlung bei 1,0–1,3 mg – unsere Kapseln enthalten 125 mg, weil der Bedarf in Belastungsphasen deutlich höher liegen kann Zutatenliste: Weniger ist mehr. Ein gutes Supplement hat eine kurze Zutatenliste ohne unnötige Füllstoffe oder Farbstoffe Bioverfügbarkeit: Nicht jede chemische Form eines Nährstoffs wird gleich gut aufgenommen. Bei Magnesium etwa liegt die Bioverfügbarkeit von Bisglycinat bei ~67 %, die von Oxid bei nur ~4 % Transparenz: Unabhängige Laborprüfung, Bio-Zertifizierung und klare Angaben zu Inhaltsstoffen und Herkunft sind Qualitätsmerkmale Mono vs. Komplex: Ein gezieltes Einzelprodukt ist oft sinnvoller als ein All-in-One-Präparat, das alles ein bisschen macht Welche Nährstoffe sind in Deutschland häufig unterversorgt? Laut der Nationalen Verzehrsstudie (NVS II) und dem BfR-Ernährungsbericht erreichen relevante Bevölkerungsgruppen bei folgenden Nährstoffen die empfohlene Zufuhr nicht: NährstoffBetroffene GruppeGröße der LückeVitamin DNahezu alle (Okt.–März)60–90 % unter EmpfehlungMagnesiumSportler, Ältere, Stressbelastete20–30 % unter EmpfehlungVitamin B1 (Thiamin)20–30 % der FrauenUnter DGE-MinimumZinkVeganer, Ältere, SportlerPhytatabhängigFolsäure (B9)Frauen im gebärfähigen AlterUnter 400 µg/TagVitamin B12VeganerNahezu 100 % ohne SupplementierungDiese Tabelle zeigt: Die Frage „Sind Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll?" lässt sich nicht pauschal mit Ja oder Nein beantworten. Sie hängt vom Nährstoff, von der individuellen Ernährung und von der Lebenssituation ab. Die Heros-Health-Perspektive Unser Sortiment basiert auf dem Prinzip der gezielten Ergänzung: Magnesium für den Mineralstoffhaushalt, Vitamin B1 für den Energiestoffwechsel, Oreganoöl als pflanzliches Kurprodukt und unsere Bio-Ölkapseln (Schwarzkümmelöl, Nachtkerzenöl) als Quellen für Fettsäuren und Pflanzenstoffe. Demnächst erweitern wir das Sortiment um Zink Bisglycinat und Vitamin D3+K2. Ob Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sind, entscheidest am Ende du – auf Basis deiner Ernährung, deines Lebensstils und deines individuellen Bedarfs. Häufige Fragen Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung sowie eine gesunde Lebensweise. Die empfohlene tägliche Verzehrmenge darf nicht überschritten werden.