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Gamma-Linolensäure (GLA): Was du über die seltene Omega-6-Fettsäure wissen solltest

Wer sich mit Nachtkerzenöl beschäftigt, stößt unweigerlich auf einen Begriff: Gamma-Linolensäure, kurz GLA. Eine Fettsäure, die der Körper zwar braucht, aber nur eingeschränkt selbst herstellen kann - und die in der normalen Ernährung kaum vorkommt. In diesem Artikel erklären wir, was GLA biochemisch ist, warum sie so selten ist und welche natürlichen Quellen es gibt.

Wo steht GLA im Fettsäure-Stammbaum?

Gamma-Linolensäure (18:3 ω-6) ist eine dreifach ungesättigte Fettsäure aus der Omega-6-Familie. Um zu verstehen, was sie besonders macht, hilft ein Blick auf den Stammbaum der Omega-6-Fettsäuren - also den Stoffwechselweg, durch den der Körper eine Fettsäure in die nächste umwandelt:

Linolsäure (LA)Gamma-Linolensäure (GLA)Dihomo-Gamma-Linolensäure (DGLA)Arachidonsäure (AA)

Am Anfang steht die Linolsäure (LA) - eine essentielle Fettsäure, die in vielen Pflanzenölen reichlich vorkommt: Sonnenblumenöl, Sojaöl, Distelöl und auch im Nachtkerzenöl selbst (60–80 % Linolsäure). „Essentiell" bedeutet: Der Körper kann sie nicht selbst herstellen und muss sie über die Nahrung aufnehmen.

Aus dieser Linolsäure sollte der Körper theoretisch alle weiteren Omega-6-Fettsäuren bilden können - einschließlich GLA. Doch genau hier liegt das Problem.

Delta-6-Desaturase: Das Nadelöhr im Stoffwechsel

Der erste Umwandlungsschritt - von Linolsäure zu Gamma-Linolensäure - wird von einem Enzym namens Delta-6-Desaturase (D6D) gesteuert. Dieses Enzym fügt eine zusätzliche Doppelbindung in die Fettsäurekette ein und macht aus der zweifach ungesättigten Linolsäure die dreifach ungesättigte GLA.

Das Problem: Die Delta-6-Desaturase ist ein empfindliches Enzym. Ihre Aktivität wird von zahlreichen Faktoren beeinflusst:

  • Alter: Die Enzymaktivität nimmt mit zunehmendem Alter tendenziell ab. Ab etwa dem 40. Lebensjahr ist die Umwandlungsrate messbar reduziert
  • Ernährung: Eine hohe Zufuhr von Transfettsäuren, Alkohol oder stark verarbeiteten Lebensmitteln kann die Enzymfunktion beeinträchtigen
  • Individuelle Unterschiede: Genetische Varianten (Polymorphismen) im FADS2-Gen, das die D6D kodiert, beeinflussen die Enzymaktivität von Mensch zu Mensch unterschiedlich
  • Konkurrenz mit Omega-3: Die Delta-6-Desaturase wird sowohl für die Omega-6- als auch für die Omega-3-Umwandlung benötigt. Alpha-Linolensäure (ALA, Omega-3) konkurriert um dasselbe Enzym

Die Konsequenz: Selbst wenn genug Linolsäure über die Nahrung aufgenommen wird, ist die tatsächliche GLA-Produktion im Körper bei vielen Menschen eingeschränkt. Die direkte Zufuhr von GLA über die Ernährung umgeht diesen Engpass - und genau das ist der Grund, warum Nachtkerzenöl als GLA-reiche Quelle in der Pflanzenkunde geschätzt wird.

Was passiert mit GLA im Körper?

Nach der Aufnahme wird GLA rasch in Dihomo-Gamma-Linolensäure (DGLA) umgewandelt. Dieser Schritt verläuft ohne Enzym-Engpass und ist deutlich effizienter als der vorherige.

DGLA ist eine der Vorstufen für die Prostaglandin-Synthese. Prostaglandine sind kurzlebige Gewebshormone, die an zahlreichen regulatorischen Prozessen im Körper beteiligt sind. Es gibt verschiedene Serien von Prostaglandinen - Serie 1 (aus DGLA) und Serie 2 (aus Arachidonsäure) - die unterschiedliche Funktionen erfüllen.

Die biochemischen Zusammenhänge zwischen Fettsäuren, Prostaglandinen und Körperfunktionen sind Gegenstand intensiver Forschung. Was sich klar sagen lässt: GLA ist nicht einfach „eine weitere Fettsäure", sondern ein Zwischenprodukt mit eigener biochemischer Bedeutung im Fettsäurestoffwechsel.

GLA in Lebensmitteln: Warum die Auswahl so begrenzt ist

Im Gegensatz zu Linolsäure, die in fast jedem Pflanzenöl vorkommt, ist Gamma-Linolensäure in der normalen Ernährung extrem selten. Die allermeisten Speiseöle - Olivenöl, Rapsöl, Sonnenblumenöl, Leinöl - enthalten null Prozent GLA.

Es gibt weltweit nur eine Handvoll Pflanzen, deren Samenöl GLA in relevanter Menge enthält:

  • Nachtkerzenöl (Oenothera biennis): 8-14 % GLA. Das am längsten etablierte und am besten dokumentierte GLA-Öl. EMA-Monographie als Traditional Herbal Medicinal Product vorhanden
  • Borretschöl (Borago officinalis): 20–25 % GLA. Höchster GLA-Gehalt aller Pflanzenöle. Allerdings enthält die Borretschpflanze natürlicherweise Pyrrolizidinalkaloide (PA) - potenziell lebertoxische Substanzen. Hochwertige Borretschöle werden durch spezielle Verfahren PA-frei hergestellt, was aber eine aufwändige Qualitätskontrolle erfordert
  • Johannisbeerkernöl (Ribes nigrum): 15–20 % GLA. Enthält zusätzlich Stearidonsäure (eine Omega-3-Fettsäure). In der Supplement-Industrie weniger verbreitet als Nachtkerzen- und Borretschöl
  • Hanföl (Cannabis sativa): 2–4 % GLA. Deutlich geringerer GLA-Gehalt, dafür ein ausgeglichenes Omega-3/Omega-6-Verhältnis

Muttermilch enthält ebenfalls GLA - ein Hinweis darauf, dass der menschliche Organismus auf eine externe GLA-Versorgung ausgelegt ist, bevor die eigene Enzymproduktion vollständig ausgereift ist.

Warum der GLA-Gehalt als Qualitätsmerkmal entscheidend ist

Nicht jedes Nachtkerzenöl enthält gleich viel GLA. Der Gehalt schwankt je nach Anbauregion, Erntezeitpunkt, Saatgut-Sorte und Herstellungsverfahren. Bei Ölen, die durch Lösungsmittelextraktion statt Kaltpressung gewonnen werden, kann der GLA-Gehalt durch Hitze- und Chemikalieneinwirkung reduziert sein.

Wir achten bei unseren Bio Nachtkerzenöl Kapseln auf einen transparenten GLA-Gehalt, der durch ein unabhängiges Labor verifiziert wird. Die Nährwertangabe auf unserer Produktseite weist den exakten Linolsäure-Gehalt pro Tagesdosis aus (2.225 mg bei 6 Kapseln). Der GLA-Gehalt ist chargenabhängig und entspricht dem typischen Bereich von 8–14 % des Gesamtöls.

Forschungskontext: Was die Wissenschaft untersucht

GLA und insbesondere seine Rolle im Prostaglandin-Stoffwechsel werden seit den 1980er-Jahren wissenschaftlich untersucht. Die Forschung konzentriert sich auf verschiedene Bereiche, darunter den Fettsäurestatus im Blut, den Einbau von GLA in Zellmembranen und die Prostaglandin-Bildung.

Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat Nachtkerzenöl als „Traditional Herbal Medicinal Product" eingestuft - eine Anerkennung auf Basis langjähriger Anwendungstradition. Bei der EFSA befinden sich mehrere GLA-bezogene Health Claims im Status „on hold", da die Bewertung pflanzlicher Stoffe noch aussteht.

Was sich biochemisch unstrittig sagen lässt: GLA ist eine dreifach ungesättigte Omega-6-Fettsäure, die der Körper als Vorstufe für DGLA und die Prostaglandin-Synthese der Serie 1 verwendet. Die direkte Zufuhr über die Nahrung umgeht den enzymatischen Engpass der Delta-6-Desaturase.

Häufige Fragen zu Gamma-Linolensäure

Was ist der Unterschied zwischen Linolsäure und Gamma-Linolensäure?

Linolsäure (LA) ist eine zweifach ungesättigte Omega-6-Fettsäure, die in vielen Pflanzenölen vorkommt (Sonnenblumenöl, Sojaöl, Nachtkerzenöl). Gamma-Linolensäure (GLA) ist eine dreifach ungesättigte Omega-6-Fettsäure, die der Körper aus Linolsäure bilden sollte - was aber durch die begrenzte Aktivität der Delta-6-Desaturase nicht immer ausreichend gelingt. GLA kommt in der Nahrung fast nur in Nachtkerzenöl, Borretschöl und Johannisbeerkernöl vor.

In welchen Lebensmitteln kommt GLA natürlich vor?

GLA ist in der normalen Ernährung extrem selten. Die relevantesten Quellen sind Nachtkerzenöl (8–14 % GLA), Borretschöl (20–25 %), Johannisbeerkernöl (15–20 %) und in geringem Maße Hanföl (2–4 %). In den meisten Speiseölen, die täglich verwendet werden - Olivenöl, Rapsöl, Sonnenblumenöl - ist kein GLA enthalten. Auch Muttermilch enthält GLA.

Warum kann der Körper GLA nicht immer selbst bilden?

Der Körper benötigt das Enzym Delta-6-Desaturase, um Linolsäure in GLA umzuwandeln. Dieses Enzym ist empfindlich und wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst: Alter, Ernährungsgewohnheiten, genetische Varianten im FADS2-Gen und die Konkurrenz mit Omega-3-Fettsäuren um dasselbe Enzym. Bei eingeschränkter Enzymaktivität kann die körpereigene GLA-Produktion unter dem Bedarf liegen.

Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung sowie eine gesunde Lebensweise. Die empfohlene tägliche Verzehrmenge darf nicht überschritten werden.

Zuletzt aktualisiert: März 2026