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Diabild

Nachtkerzenöl: Was die Heilpflanze des Jahres 2026 so besonders macht

Die Gemeine Nachtkerze wurde vom NHV Theophrastus zur Heilpflanze des Jahres 2026 gekürt. In den unscheinbaren Samen dieser Wildpflanze steckt einer der seltensten Pflanzenstoffe überhaupt: Gamma-Linolensäure. Eine essenzielle Fettsäure, die der Körper braucht, aber kaum selbst herstellen kann. In diesem Artikel erfährst du, was in Nachtkerzenöl steckt, was die Forschung untersucht und worauf man bei der Qualität achten sollte.

Was die Nachtkerze so besonders macht

Wer abends durch Wiesen, an Bahndämmen oder Wegesrändern spaziert, hat die Gemeine Nachtkerze (Oenothera biennis) vielleicht schon bemerkt, ohne sie zu kennen. Von Juni bis September öffnet sie in der Dämmerung ihre leuchtend gelben Blüten - daher erhält sie ihren Namen.

Ursprünglich stammt die Pflanze aus Nordamerika, wo die indigene Bevölkerung sie seit Jahrhunderten als Nahrungs- und Nutzpflanze kannte. Im 17. Jahrhundert kam sie als Zierpflanze nach Europa und verbreitete sich rasch - wobei ihre Wurzeln sogar auch als Wintergemüse beliebt waren. Heute ist die Nachtkerze als Gemüse fast vergessen. Was geblieben ist und an Bedeutung zugenommen hat, sind ihre Samen. Denn aus ihnen wird ein Öl gewonnen, das eine außergewöhnliche Fettsäurezusammensetzung aufweist.

Gamma-Linolensäure: Der zentrale Inhaltsstoff des Nachtkerzenöls

Das Besondere an Nachtkerzenöl ist der ungewöhnlich hohe Gehalt an Gamma-Linolensäure (GLA), der es von den allermeisten anderen Ölen unterscheidet.

Gamma-Linolensäure ist eine dreifach ungesättigte Omega-6-Fettsäure. Sie gehört zu den essenziellen Fettsäuren. Das sind Stoffe, die der Körper nicht selbst in ausreichender Menge produzieren kann und die daher über die Nahrung zugeführt werden müssen.

Theoretisch kann der Körper GLA aus der weit verbreiteten Linolsäure umwandeln. Das dafür zuständige Enzym (Delta-6-Desaturase) arbeitet jedoch bei vielen Menschen eingeschränkt. Faktoren, die die Enzymaktivität beeinflussen können, sind vielfältig: Alter, bestimmte Ernährungsgewohnheiten und individuelle Stoffwechselunterschiede spielen eine Rolle.

Die direkte Zufuhr von GLA über die Nahrung umgeht diesen Umwandlungsschritt. Nachtkerzenöl ist dafür eine der ergiebigsten pflanzlichen Quellen: Es enthält typischerweise 8 bis 14 Prozent Gamma-Linolensäure, eingebettet in 60 bis 80 Prozent Linolsäure und kleinere Anteile Ölsäure. Vergleichbare GLA-Quellen sind lediglich Borretschöl und Johannisbeerkernöl.

Das Fettsäureprofil: Was genau in Nachtkerzenöl steckt

Nachtkerzenöl zeichnet sich durch eine spezifische Fettsäurezusammensetzung aus:

  • Linolsäure (Omega-6): 60–80 %
    → eine essenzielle Fettsäure, die Bestandteil der Zellmembranen ist
  • Gamma-Linolensäure (GLA): 8–14 %
    → eine dreifach ungesättigte Omega-6-Fettsäure, die über die Nahrung nur in wenigen Quellen verfügbar ist
  • Ölsäure (Omega-9): 5–12 %
    → eine einfach ungesättigte Fettsäure
  • Palmitinsäure: 6–8 %
    → eine gesättigte Fettsäure
  • Stearinsäure: 1–3 %

Dieses Profil macht Nachtkerzenöl zu einem der GLA-reichsten Pflanzenöle überhaupt. GLA und ihre Rolle im Fettsäurestoffwechsel des Körpers sind Gegenstand zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen - insbesondere im Zusammenhang mit der Prostaglandinsynthese und dem Fettsäurestoffwechsel der Haut.

Was die Forschung untersucht

Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat über ihre HMPC-Monographie anerkannt, dass Nachtkerzenöl auf Basis langjähriger Erfahrung in der Volksmedizin bei Hautbeschwerden eingesetzt wird - innerlich ab einem Alter von 12 Jahren. Die Einstufung fällt unter den sogenannten „traditional use" - eine Anerkennung aufgrund des Erfahrungsschatzes, nicht aufgrund abschließender klinischer Evidenz.

Die Studienlage zu Nachtkerzenöl ist heterogen. Es existieren klinische Studien, die verschiedene Aspekte untersuchen, unter anderem die Aufnahme von Gamma-Linolensäure und deren Einfluss auf den Fettsäurestatus im Blut. Gleichzeitig kommen Reviews zu dem Ergebnis, dass die Datenlage für viele traditionelle Anwendungsgebiete noch nicht ausreichend ist, um gesicherte gesundheitsbezogene Aussagen im Sinne der EU-Health-Claims-Verordnung zu treffen. Bei der EFSA befinden sich mehrere gesundheitsbezogene Angaben zu Nachtkerzenöl (Claims 693–695, 1550–1551) im Status „on hold" – sie sind weder zugelassen noch abgelehnt, da die Bewertung pflanzlicher Stoffe (sog. Botanicals) noch aussteht.

Was sich klar sagen lässt: Nachtkerzenöl ist eine natürliche, gut verträgliche Quelle für die essenzielle Fettsäure GLA, die über die normale Ernährung nur schwer in relevanter Menge aufgenommen werden kann.

Nachtkerzenöl in der Pflanzenkunde: Tradition seit Jahrhunderten

Die Nachtkerze hat eine lange Geschichte als Nutzpflanze. In Nordamerika nutzten die indigenen Völker sowohl Wurzeln, Blätter als auch Samen. In Europa war die Pflanze ab dem 17. Jahrhundert zunächst als Zierpflanze und Gemüse bekannt, bevor im 20. Jahrhundert das Interesse am Samenöl zunahm.

In der europäischen Volksmedizin und Kräuterkunde wird Nachtkerzenöl seit Jahrzehnten geschätzt - eine Tradition, die durch die Wahl zur Heilpflanze des Jahres 2026 gewürdigt wird. Der NHV Theophrastus kürt seit über 20 Jahren jährlich eine Pflanze und bringt sie über Veröffentlichungen und Projekte einer breiten Öffentlichkeit nahe.

Kapseln, Öl oder Creme: Welche Form ist sinnvoll?

Kapseln zur inneren Einnahme sind die praktischste Form für eine regelmäßige GLA-Zufuhr. Sie bieten eine exakte Dosierung, sind geschmacksneutral und schützen das empfindliche Öl vor Oxidation. Ein bis zwei Kapseln täglich zu einer Mahlzeit ist die übliche Verzehrempfehlung.

Reines Öl kann äußerlich auf die Haut aufgetragen werden. Einige Tropfen in die Haut einmassiert ist eine gängige Anwendung in der Hautpflege. Das Öl kann auch in Salatdressings oder Smoothies verwendet werden - sollte aber niemals erhitzt werden, da die empfindlichen ungesättigten Fettsäuren durch Hitze zerstört werden.

Cremes und Salben mit Nachtkerzenöl als Bestandteil sind eine Option für die tägliche Hautpflege.

Für eine gezielte Nahrungsergänzung sind Kapseln die sinnvollste Wahl. Sie gewährleisten eine konstante Dosierung und umgehen das Problem der Oxidation, da das Öl in der geschlossenen Kapsel luftdicht geschützt ist.

Worauf du bei der Qualität von Nachtkerzenöl achten solltest

  • Kaltpressung: Nachtkerzenöl sollte kaltgepresst sein. Bei der Kaltpressung bleiben die temperaturempfindlichen ungesättigten Fettsäuren intakt.
  • Bio-Qualität: Eine Bio-Zertifizierung minimiert das Risiko von Pestizidrückständen.
  • GLA-Gehalt: Ein hochwertiges Nachtkerzenöl enthält mindestens 8 bis 10 Prozent Gamma-Linolensäure. Dieser Wert sollte transparent angegeben sein.
  • Kapselhülle: Vegane Kapseln aus HPMC (Hydroxypropylmethylcellulose) sind tierischen Gelatinekapseln vorzuziehen.
  • Oxidationsschutz: Ungesättigte Fettsäuren oxidieren leicht. Braunglas schützt vor Lichteinwirkung. Lagerung sollte kühl und dunkel erfolgen.
  • Laborprüfung: Unabhängige Laboranalysen auf Schwermetalle und Verunreinigungen zeigen Transparenz.

Nachtkerzenöl vs. Borretschöl: Wo liegt der Unterschied?

Borretschöl enthält mit rund 20 bis 25 Prozent deutlich mehr GLA als Nachtkerzenöl mit seinen 8 bis 14 Prozent. Auf den ersten Blick scheint es die ergiebigere Quelle zu sein. Allerdings hat Nachtkerzenöl ein ausgewogeneres Gesamtprofil an Fettsäuren.

Zudem gibt es bei Borretschöl Diskussionen hinsichtlich potenzieller Pyrrolizidinalkaloide, die in Borretschpflanzen natürlich vorkommen. Hochwertige Borretschöle sind gereinigt, aber das Thema erfordert Aufmerksamkeit. Nachtkerzenöl hat dieses Thema nicht. Für die meisten Anwendungen - insbesondere zur langfristigen Einnahme - ist Nachtkerzenöl die bewährtere Wahl.

Wer sollte vor der Einnahme ärztlichen Rat einholen? 

  • Personen, die blutverdünnende Medikamente einnehmen
  • Personen, die Phenothiazin-basierte Medikamente einnehmen
  • Schwangere (nur nach ärztlicher Rücksprache)
  • Personen, die regelmäßig NSAR (z. B. Ibuprofen) einnehmen

Als gelegentliche Nebenwirkungen bei innerlicher Anwendung können Magenverstimmungen auftreten. Diese sind dosisabhängig und klingen in der Regel bei reduzierter Einnahme ab.

Häufig gestellte Fragen zu Nachtkerzenöl

Wie lange dauert es, bis Nachtkerzenöl aufgenommen wird?

Gamma-Linolensäure wird als Fettsäure schrittweise in die Zellmembranen eingebaut. Bei regelmäßiger Einnahme ist ein Aufbau über mehrere Wochen zu erwarten. Nachtkerzenöl ist ein Langzeit-Supplement, kein Akut-Mittel.

Kann ich Nachtkerzenöl dauerhaft einnehmen?

Ja. Anders als ätherische Öle (wie Oreganoöl), die nur kurweise angewendet werden sollten, ist Nachtkerzenöl ein Nahrungsöl mit essenziellen Fettsäuren. Eine langfristige Einnahme ist unbedenklich.

Ist Nachtkerzenöl das Gleiche wie Nachtkerzen-Tee?

Nein. Nachtkerzenöl wird aus den Samen gepresst und enthält die Gamma-Linolensäure. Nachtkerzen-Tee wird aus den getrockneten Blättern zubereitet und enthält andere Inhaltsstoffe - hauptsächlich Gerbstoffe. Die GLA-Zufuhr erhält man ausschließlich über das Samenöl.

Nachtkerzenöl oder Schwarzkümmelöl - was passt besser?

Beide Öle haben unterschiedliche Fettsäureprofile und können sich ergänzen. Schwarzkümmelöl (Nigella sativa) enthält unter anderem den sekundären Pflanzenstoff Thymochinon und hat ein anderes Fettsäureprofil. Nachtkerzenöl ist eine der wenigen natürlichen Quellen für Gamma-Linolensäure. Wer beide Öle einnehmen möchte, kann dies parallel tun - sie konkurrieren nicht um dieselben Aufnahmewege.