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Selen und Jod: Zwei Spurenelemente, ein Team

Dr. Jana Palm
5 Minuten

In diesem Artikel

Wer sich mit der Schilddrüse beschäftigt, kommt an zwei Spurenelementen nicht vorbei: Selen und Jod. Sie werden oft getrennt behandelt - aber im Stoffwechsel arbeiten sie eng zusammen. Selen und Jod sind funktionell so eng verknüpft, dass die Versorgung mit beiden gleichermaßen entscheidend ist. In diesem Artikel erklären wir, wie das Zusammenspiel funktioniert und worauf bei der Versorgung zu achten ist.

Wie Selen und Jod in der Schilddrüse zusammenarbeiten

Die Schilddrüse produziert zwei Hauptformen ihrer Hormone: T4 (Thyroxin) und T3 (Trijodthyronin). Die Zahlen 3 und 4 verraten bereits den Bauplan - beide Hormone enthalten Jodatome. T4 hat vier davon, T3 drei. Das macht Jod zum Grundbaustein der Schilddrüsenhormone.

Aber damit ist die Geschichte nicht zu Ende. T4 ist die Speicherform - biologisch deutlich weniger aktiv als T3. Damit der Körper das Hormon tatsächlich nutzen kann, muss er ein Jodatom abspalten und T4 in T3 umwandeln. Diesen Schritt erledigen die Dejodasen - Enzyme, in deren aktivem Zentrum Selen verbaut ist. Selen sorgt also dafür, dass das Jod-haltige T4 zur aktiven Form wird.

Die Verbindung von Selen zur Schilddrüse haben wir in einem eigenen Artikel detailliert beschrieben. Beide Spurenelemente - Selen und Jod - sind im System unverzichtbar.

Die Versorgungslage in Deutschland

Jodversorgung: Deutschland gilt traditionell als Jodmangelgebiet - die Böden sind jodarm, was sich auf pflanzliche und tierische Lebensmittel überträgt. Durch die Einführung von jodiertem Speisesalz hat sich die Versorgung deutlich verbessert. Aktuell wird die Jodversorgung in Deutschland als grenzwertig bewertet - viele Erwachsene erreichen die WHO-Empfehlung nicht zuverlässig.

Selenversorgung: Auch Selen ist in deutschen Böden niedrig. Die durchschnittliche Selenzufuhr liegt häufig unter der DGE-Empfehlung von 60-70 µg pro Tag. Wer wenig Fisch und tierische Produkte isst, hat zusätzlich erschwerten Zugang zu zuverlässigen Selenquellen.

Das Ergebnis: Beide Spurenelemente, die für die Schilddrüsenfunktion benötigt werden, sind in Deutschland tendenziell knapp. Die meisten Menschen denken bei Schilddrüse zuerst an Jod - die Selen-Komponente bleibt oft unterbelichtet.

Wie kann man die Versorgung sicherstellen?

Für Jod sind die wichtigsten Quellen: jodiertes Speisesalz, Seefisch (besonders Schellfisch, Kabeljau, Seelachs), Meeresfrüchte und Milchprodukte. Algen und Algenpräparate enthalten zwar viel Jod, schwanken aber stark in der Konzentration und können sehr hoch dosiert sein - bei Algenprodukten ist Vorsicht geboten.

Für Selen sind die wichtigsten Quellen: Paranüsse, Fisch, Eier, Fleisch und bestimmte Pilze. Die Schwankungsbreite zwischen Chargen ist erheblich - Paranüsse aus selenreichen brasilianischen Anbaugebieten können den Tagesbedarf mit einer einzigen Nuss decken, andere liefern kaum mehr als ein Drittel davon.

Ein praktischer Tipp: Wer regelmäßig Seefisch isst (zwei Portionen pro Woche), deckt mit dieser Gewohnheit gleich beide Spurenelemente ab. Fisch gehört zu den seltenen Lebensmitteln, die sowohl jod- als auch selenreich sind. Wer nicht so viel oder keinen Fisch isst, hat bei beiden Spurenelementen möglicherweise Lücken - und kann gezielt nachsteuern.

Wer auf eine zuverlässige Selenzufuhr Wert legt, kann eine Ergänzung in Erwägung ziehen. Unsere Selen Kapseln liefern 200 µg L-Selenmethionin in einer Kapsel pro Tag - eine konstante, planbare Menge.

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ZUM PRODUKT

Können Selen und Jod gleichzeitig eingenommen werden?

Bei normalen Dosierungen ja. Beide Spurenelemente werden über unterschiedliche Transportwege aufgenommen und konkurrieren nicht miteinander. Selen wird über die Aminosäure-Transporter (bei der organischen Form) absorbiert, Jod über spezifische Jodtransporter im Darm.

Eine Einschränkung gilt aber: Bei diagnostizierten Schilddrüsenerkrankungen sollte die kombinierte Einnahme nur mit ärztlicher Abstimmung erfolgen. Sowohl Selen als auch Jod beeinflussen die Schilddrüsenhormonbildung - bei bestehenden Erkrankungen kann das Verhältnis individuell angepasst werden müssen.

Selen oder Jod zuerst supplementieren?

Eine häufige Frage bei Schilddrüsenthemen: Sollte man bei suboptimaler Versorgung mit beiden Spurenelementen zuerst das eine oder das andere ergänzen? Die wissenschaftliche Antwort ist nuanciert. Bei einem deutlichen Jodmangel kann eine alleinige Selenergänzung problematisch sein, weil sie die Schilddrüsenhormonproduktion beeinflusst, ohne den Grundbaustein bereitzustellen. Umgekehrt kann eine Jodergänzung ohne ausreichend Selen die antioxidative Verteidigung in der Schilddrüse überfordern.

In der Praxis bedeutet das: Wer beide Lücken schließen möchte, sollte das idealerweise gemeinsam angehen - am besten nach Klärung des aktuellen Status durch eine Blutuntersuchung beim Arzt. Bei diagnostizierten Schilddrüsenerkrankungen gehört diese Entscheidung ohnehin in ärztliche Hände.

Was du noch wissen solltest

Die Schilddrüsenfunktion ist der häufigste Grund, weshalb Menschen sich mit Selen beschäftigen. Aber das Spurenelement spielt auch eine Rolle im Immunsystem und im Zellschutz. Eine Übersicht zu Form, Versorgungslage und Auswahlkriterien findest du im Selen-Hauptartikel. Worauf du beim Kauf achten kannst, einschließlich der unterschiedlichen Dosierungsempfehlungen, behandelt unser Kaufratgeber.

Häufige Fragen

Warum gehören Selen und Jod zusammen?

Beide Spurenelemente werden für die Schilddrüsenhormonbildung benötigt. Jod ist Bestandteil der Hormone selbst, Selen ist Bestandteil der Enzyme, die diese Hormone aktivieren. Ohne ausreichende Versorgung mit beiden funktioniert das System nicht optimal.

Reicht Jodsalz aus, um den Bedarf zu decken?

Jodsalz hilft, den Jodbedarf zu decken - vorausgesetzt, es wird tatsächlich konsumiert. In Deutschland gilt die Jodversorgung als grenzwertig: Kinder und Jugendliche sind oft besser versorgt als Erwachsene.

Kann ich Selen und Jod gleichzeitig einnehmen?

Bei normalen Dosierungen ist das unproblematisch. Beide werden über unterschiedliche Mechanismen aufgenommen und konkurrieren nicht miteinander. Bei Schilddrüsenerkrankungen sollte die Dosierung allerdings ärztlich abgestimmt werden.

Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung sowie eine gesunde Lebensweise. Die empfohlene tägliche Verzehrmenge darf nicht überschritten werden. Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.

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