In diesem Artikel
- Was Selen und Zink im Immunsystem leisten
- Beide schützen die Zellen vor oxidativem Stress
- Versorgungslage in Deutschland: bei beiden Luft nach oben
- Können beide gleichzeitig eingenommen werden?
- Wie kann eine Routine aussehen?
- Wer profitiert besonders von der Kombination?
- Was du noch wissen solltest
- Häufige Fragen
Selen und Zink stehen in Supplementsortimenten oft nebeneinander - und das hat einen Grund. Beide sind essenzielle Spurenelemente, beide tragen zur Funktion des Immunsystems bei, beide schützen die Zellen vor oxidativem Stress. Ihr Zusammenspiel wird oft unterschätzt. In diesem Artikel zeigen wir, was Selen und Zink verbindet, wo sie sich unterscheiden und ob die gleichzeitige Einnahme sinnvoll ist.
Was Selen und Zink im Immunsystem leisten
Beide Spurenelemente sind Teil des immunologischen Werkzeugkastens. Sie übernehmen aber unterschiedliche Aufgaben:
Selen ist Bestandteil der Glutathionperoxidasen - Enzyme, die das Immunsystem vor oxidativen Schäden schützen. Bei der Aktivität von Immunzellen entstehen reaktive Sauerstoffspezies, die kontrolliert werden müssen. Selen trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei.
Zink ist an der Bildung und Funktion von Immunzellen direkt beteiligt - von T-Zellen über B-Zellen bis zu natürlichen Killerzellen. Zink ist außerdem Cofaktor in zahlreichen Enzymen, die in der Immunantwort eine Rolle spielen. Zink trägt ebenfalls zur normalen Funktion des Immunsystems bei.
Die beiden Spurenelemente arbeiten also nicht gegeneinander oder ersetzen sich gegenseitig - sie decken unterschiedliche Aspekte derselben Aufgabe ab. Mehr zur breiten Funktion von Zink findest du in unserem Zink-Hauptartikel.
Beide schützen die Zellen vor oxidativem Stress
Die zweite große Gemeinsamkeit ist der Zellschutz. Selen trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen - das als gesundheitsbezogene Aussage (Health Claim) zugelassen. Für Zink gilt das gleiche.
Die zugrundeliegenden Mechanismen sind allerdings verschieden. Selen wirkt vor allem über die Glutathionperoxidasen - eine Enzymfamilie, die Wasserstoffperoxid und Lipidperoxide neutralisiert. Zink ist Bestandteil der Superoxiddismutase (SOD-Variante) - eines anderen antioxidativen Enzyms, das Superoxidradikale entschärft.
Versorgungslage in Deutschland: bei beiden Luft nach oben
Die durchschnittliche Selenzufuhr in Deutschland liegt unter der DGE-Empfehlung von 60-70 µg. Bei Zink ist die Versorgung etwas besser, aber bestimmte Gruppen sind ebenfalls häufig unterversorgt - besonders Veganer und Vegetarier, weil pflanzliche Lebensmittel Phytinsäure enthalten, die die Zinkabsorption hemmt.
Für Veganer ist die Lage besonders deutlich: Die selenreichsten Lebensmittel sind tierischer Herkunft (Fisch, Fleisch, Eier). Die zinkreichsten ebenso. Wer auf tierische Produkte verzichtet, hat bei beiden Spurenelementen erschwerten Zugang zu zuverlässigen Quellen.
Können beide gleichzeitig eingenommen werden?
Ja. Selen und Zink konkurrieren nicht miteinander um die Aufnahme im Darm. Selen wird in der organischen Form (L-Selenmethionin) über die Aminosäure-Transporter aufgenommen. Zink in der chelatierten Form (Bisglycinat) ebenfalls über Aminosäure-Transporter, aber mit anderen Spezifitäten.
Praktisch heißt das: Beide Kapseln können zur selben Mahlzeit eingenommen werden. Wir empfehlen die Einnahme zu einer proteinhaltigen Mahlzeit - tierisches Eiweiß verbessert sowohl die Selen- als auch die Zinkabsorption. Die Tagesdosen unserer Produkte (200 µg Selen, 15 mg Zink) sind so gewählt, dass sie sich gut in eine Routine integrieren lassen.
Wie kann eine Routine aussehen?
Wer sowohl Selen als auch Zink supplementiert, kann beide Kapseln bei der gleichen Mahlzeit einnehmen - idealerweise zum Frühstück oder Mittagessen. Bei Zink und Kaffee gibt es allerdings einen wichtigen Punkt zu beachten: Die Polyphenole im Kaffee können die Zinkaufnahme hemmen. Wer morgens Kaffee trinkt, verschiebt die Einnahme besser zum Mittag- oder Abendessen.
Selen ist diesbezüglich weniger empfindlich. Die Aufnahme erfolgt über andere Transportwege als bei Zink, und die Wechselwirkung mit Polyphenolen ist deutlich geringer.
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Wer profitiert besonders von der Kombination?
Mehrere Gruppen profitieren von einer guten Versorgung mit beiden Spurenelementen:
- Veganer und Vegetarier - bei beiden Spurenelementen sind tierische Lebensmittel die Hauptquellen
- Sportler - höherer Verbrauch antioxidativer Systeme, höherer Zinkverlust über Schweiß
- Ältere Menschen - die Resorption von Spurenelementen nimmt mit dem Alter ab
- Menschen mit niedrigem Fischkonsum - Fisch ist eine wichtige Selen- und Zinkquelle
Was du noch wissen solltest
Selen ist nicht nur für das Immunsystem relevant - die Schilddrüsenfunktion ist der Bereich, in dem Selen die größte Aufmerksamkeit bekommt. Auch das Zusammenspiel mit Jod behandeln wir in einem eigenen Artikel. Eine Übersicht zu Form, Versorgungslage und Auswahlkriterien gibt der Selen-Hauptartikel. Wer den Unterschied zwischen verschiedenen Zink-Formen tiefer verstehen möchte, findet im verlinkten Artikel den Vergleich.
Eine kurze Erinnerung zum Thema Wechselwirkungen: Sowohl Selen als auch Zink sollten zu einer Mahlzeit eingenommen werden, nicht auf nüchternen Magen. Tierisches Eiweiß verbessert die Absorption beider Spurenelemente. Wer eine pflanzenbasierte Ernährung führt, kann beide trotzdem gut supplementieren - die organischen und chelatierten Formen sind weniger empfindlich gegenüber pflanzlichen Hemmstoffen als anorganische Verbindungen.
Häufige Fragen
Was haben Selen und Zink gemeinsam?
Beide tragen zur normalen Funktion des Immunsystems bei und tragen dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen. Sie ergänzen sich funktionell, ohne die gleiche Aufgabe zu übernehmen.
Kann ich Selen und Zink zusammen einnehmen?
Ja. Beide werden über unterschiedliche Transportwege aufgenommen und konkurrieren nicht miteinander. Die gleichzeitige Einnahme zu einer Mahlzeit ist unproblematisch.
Wer profitiert besonders von beiden Spurenelementen?
Veganer, Vegetarier, Sportler, ältere Menschen sowie Personen mit häufigen Infekten oder erhöhtem oxidativem Stress. Die Versorgung beider Spurenelemente liegt in Deutschland tendenziell unterhalb der Empfehlungen.
Reicht ein Multivitaminpräparat für die Versorgung mit beiden?
Multivitamine enthalten meist niedrige Dosierungen, oft in Form weniger gut bioverfügbarer Verbindungen. Wer gezielt einen Spurenelementstatus aufbauen möchte, ist mit Mono-Präparaten meist besser bedient - höhere Dosierung, bessere Form, kürzere Zutatenliste.
Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung sowie eine gesunde Lebensweise. Die empfohlene tägliche Verzehrmenge darf nicht überschritten werden. Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.