In diesem Artikel
Wer Zink einnehmen möchte, steht vor einer Entscheidung, die den meisten Käufern gar nicht bewusst ist: Welche Zinkverbindung ist in der Kapsel? In diesem Artikel vergleichen wir die beiden häufigsten Formen - Zinkbisglycinat und Zinkoxid - und erklären, warum wir uns für die chelatierte Variante entschieden haben.
Über Zinkoxid
Zinkoxid (ZnO) ist die mit Abstand häufigste Zinkform in Drogerieprodukten und Multivitamin-Präparaten. Der Grund ist derselbe wie bei Magnesiumoxid: Zinkoxid hat einen hohen prozentualen Zinkgehalt (~80% elementares Zink) und ist günstig in der Herstellung.
Bioverfügbarkeit: Studien zeigen, dass Zinkoxid eine deutlich geringere Absorption aufweist als organische Zinkverbindungen (Wegmüller et al., 2014). Die niedrige Löslichkeit von Zinkoxid im sauren Magenmilieu ist ein Hauptgrund hierfür.
Verträglichkeit: Zinkoxid kann bei Einnahme auf nüchternen Magen Übelkeit, Magenkrämpfe und metallischen Geschmack verursachen. Nicht resorbiertes Zink verbleibt im Darmtrakt und kann die Schleimhaut reizen.
Phytinsäure-Problem: Zinkoxid ist besonders anfällig für die Blockade durch Phytinsäure - ein Stoff, der in Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und Nüssen vorkommt und Zink im Darm bindet. Wer Zinkoxid zusammen mit einer phytatreichen Mahlzeit einnimmt, absorbiert noch weniger. Die chelatierte Form Bisglycinat umgeht diesen Block über Aminosäure-Transporter.
Was macht Zinkbisglycinat besser?
Zinkbisglycinat ist eine chelatierte Verbindung: Das Zinkion ist an zwei Moleküle der Aminosäure Glycin gebunden. Diese Struktur verändert grundlegend, wie das Zink im Darm aufgenommen wird.
Bioverfügbarkeit: Die Chelat-Bindung schützt das Zink vor Wechselwirkungen mit Phytinsäure und anderen Komplexbildnern im Darm. Statt über Metallion-Transporter (die mit anderen Mineralstoffen konkurrieren) wird Zinkbisglycinat über Aminosäure-Transporter (PepT1) aufgenommen - ein separater Aufnahmeweg, der weniger gesättigt ist.
Verträglichkeit: Zinkbisglycinat gilt als die am besten verträgliche Zinkform. Die Aminosäure-Bindung verhindert den direkten Kontakt von freien Zinkionen mit der Magenschleimhaut - der Hauptgrund für die Übelkeit bei anorganischen Zinkformen.
Glycin als Chelat-Partner: Glycin ist nicht nur ein passiver Trägerstoff. Es ist die einfachste Aminosäure und selbst am Aufbau von Kollagen, an der Neurotransmitter-Synthese und an antioxidativen Prozessen (als Vorstufe von Glutathion) beteiligt.
Wie schneiden die Zinkformen in der Übersicht ab?
| Eigenschaft | Zinkbisglycinat | Zinkoxid |
|---|---|---|
| Bioverfügbarkeit | Hoch (chelatiert) | Niedrig |
| Elementares Zink pro Gramm | ~14% | ~80% |
| Verträglichkeit | Sehr gut | Schlecht (Übelkeit) |
| Aufnahmeweg | Aminosäure-Transporter (PepT1) | Metallion-Transporter |
| Phytinsäure-Schutz | Ja (Chelat-Bindung) | Nein |
| Preis pro Gramm | Höher | Niedrig |
Welche weiteren Zinkformen gibt es?
- Zinksulfat: Eine der ältesten und am besten untersuchten Formen. Mittlere Bioverfügbarkeit, aber häufig schlecht verträglich (Magenreizung)
- Zinkgluconat: Organische Form mit guter Bioverfügbarkeit. Häufig in Lutschtabletten für Erkältung
- Zinkcitrat: Gebunden an Zitronensäure. Gute Löslichkeit, mittlere Bioverfügbarkeit, aber ohne den Phytinsäure-Schutz der Chelat-Struktur
- Zinkpicolinat: Gebunden an Picolinsäure, weniger verbreitet und teurer
Die Parallele zu Magnesium
Wer den Vergleich von Magnesiumoxid und Magnesiumbisglycinat kennt, wird das Muster wiedererkennen: Bisglycinat ist bei beiden Mineralstoffen die chelatierte Form mit der höchsten Bioverfügbarkeit und der besten Verträglichkeit. Die Chelat-Logik ist dieselbe - die Aminosäure Glycin schützt das Mineral vor Komplexbildnern im Darm und ermöglicht die Aufnahme über alternative Transportwege.
Das ist auch der Grund, warum wir uns für Bisglycinat entschieden haben - sowohl bei unseren Magnesium Kapseln als auch (mit Bisglycinat als Hauptform) als auch bei unseren Zink Kapseln.
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Worauf sollte ich beim Kauf von Zink Kapseln achten?
- Welche Verbindung? Zinkoxid ist meistens nicht die beste Wahl. Zinkbisglycinat, Gluconat oder Citrat sind bessere Optionen
- Wie viel elementares Zink? Die Mengenangabe auf der Verpackung muss sich auf elementares Zink beziehen. Bei unseren Kapseln: 15 mg elementares Zink pro Kapsel (150 % NRV)
- Was ist sonst noch drin? Viele Zink-Produkte enthalten Füllstoffe, Trennmittel oder andere Zusatzstoffe. Unsere Kapseln haben drei Zutaten: Reismehl, Zinkbisglycinat und die HPMC-Kapselhülle
Einen vollständigen Überblick über Zink findest du im Hauptartikel zu Zink Bisglycinat.
Häufige Fragen
Ist Zinkbisglycinat das beste Zink?
Für die orale Supplementierung ist Zinkbisglycinat eine gute Kombination aus hoher Bioverfügbarkeit, guter Verträglichkeit und Schutz vor Phytinsäure-Blockade.
Warum ist Zinkbisglycinat teurer als Zinkoxid?
Bisglycinat hat einen niedrigeren prozentualen Zinkgehalt pro Gramm (~14 % vs. ~80 % bei Oxid). Dazu kommt der aufwändigere Herstellungsprozess der Chelat-Bindung.
Stört Phytinsäure die Aufnahme von Zinkbisglycinat?
Deutlich weniger als bei anorganischen Formen. Die Chelat-Struktur schützt das Zink vor der Bindung durch Phytinsäure im Darm. Das ist besonders relevant für Menschen, die sich phytatreich ernähren.
Was bedeutet "chelatiertes Zink"?
Bei chelatiertem Zink ist das Zinkion an organische Moleküle gebunden - beim Zinkbisglycinat an zwei Glycin-Aminosäuren. Diese Bindung schützt das Zink im Verdauungstrakt und ermöglicht die Aufnahme über Aminosäure-Transporter statt über die phytatsensitiven Mineralion-Kanäle.
Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung sowie eine gesunde Lebensweise. Die empfohlene tägliche Verzehrmenge darf nicht überschritten werden.