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Was sind Mikronährstoffe?

Dr. Jana Palm
6 Minuten

Mikronährstoffe

In diesem Artikel

Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente – diese Begriffe begegnen einem ständig, aber wie hängen sie eigentlich zusammen? Hinter allen steht ein gemeinsamer Oberbegriff: Mikronährstoffe. Wer diese eine Einordnung versteht, hat die Landkarte für das gesamte Thema Nahrungsergänzung im Kopf. In diesem Artikel erklären wir von Grund auf, was sie sind, wie sie sich von Makronährstoffen unterscheiden und und wie die saubere Taxonomie von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen aussieht.

Mikronährstoffe und Makronährstoffe: der erste Unterschied

Alle Nährstoffe lassen sich in zwei große Lager teilen – nach der Menge, in der der Körper sie braucht.

Makronährstoffe benötigt der Körper in großen Mengen, im Bereich von Gramm pro Tag. Dazu gehören Kohlenhydrate, Fette und Proteine. Ihre Hauptaufgabe: Energie liefern und Baustoffe bereitstellen.

Mikronährstoffe braucht der Körper nur in kleinen Mengen – im Bereich von Milligramm oder sogar Mikrogramm pro Tag. Sie liefern keine Energie. Stattdessen wirken sie als Helfer im Stoffwechsel: als Bestandteile von Enzymen, als Cofaktoren, als Regulatoren. Ohne sie funktionieren zentrale Prozesse im Körper nicht. Zu ihnen zählen die Vitamine und die Mineralstoffe.

Die zwei Familien der Mikronährstoffe

Diese Gruppe teilt sich in zwei chemisch grundverschiedene Familien auf:

  • Vitamine – organische Verbindungen, die von Pflanzen oder Tieren gebildet werden. Sie sind empfindlich gegenüber Hitze, Licht und Sauerstoff
  • Mineralstoffe – anorganische Elemente, die ursprünglich aus Gesteinen und Böden stammen und über die Nahrungskette in unsere Lebensmittel gelangen. Sie sind unzerstörbar, gehen aber beim Kochen ins Wasser über

Dieser Unterschied zwischen Vitaminen und Mineralstoffen ist grundlegend. Ein Vitamin kann durch Hitze zerstört werden, ein Mineralstoff nicht – er kann nur ausgewaschen werden. Beide aber sind Mikronährstoffe, beide essenziell, beide müssen über die Nahrung zugeführt werden.

Vitamine: fettlöslich oder wasserlöslich

Die Vitamine teilen sich nochmals in zwei Gruppen – je nachdem, ob sie sich in Fett oder in Wasser lösen. Fettlöslich sind die Vitamine A, D, E und K; wasserlöslich sind die B-Vitamine und Vitamin C. Diese Unterscheidung hat praktische Folgen für die Aufnahme und Speicherung, die wir im Artikel zu fettlöslichen und wasserlöslichen Vitaminen ausführlich behandeln.

Mineralstoffe: Mengenelemente und Spurenelemente

Auch die Mineralstoffe werden weiter unterteilt – und hier wird es für die Einordnung von Supplements besonders relevant. Das Kriterium ist die Konzentration, in der ein Mineralstoff im Körper vorkommt. Die Grenze ist klar definiert:

  • Mengenelemente kommen im Körper in einer Konzentration von über 50 mg pro Kilogramm Körpergewicht vor. Dazu zählen Calcium, Magnesium, Kalium, Natrium, Phosphor, Chlor und Schwefel
  • Spurenelemente liegen in einer Konzentration von unter 50 mg pro Kilogramm Körpergewicht vor. Dazu gehören Zink, Selen, Eisen, Jod, Kupfer, Mangan und Chrom

Spurenelemente werden also nur in winzigen Mengen benötigt – daher der Name. Das macht sie nicht weniger wichtig: Viele Spurenelemente sind Bestandteil lebenswichtiger Enzyme. Eine kuriose Ausnahme ist Eisen: Obwohl es im Körper in höherer Konzentration vorkommt, wird es aufgrund seiner Funktion und seines geringen Bedarfs zu den Spurenelementen gezählt.

Wo unsere Produkte einzuordnen sind

Diese Taxonomie erklärt die Logik hinter unserer Kollektion "Essenzielle Nährstoffe". Jedes unserer Produkte hat seinen festen Platz in dieser Systematik:

  • Magnesium — ein Mengenelement (Tagesbedarf im dreistelligen Milligrammbereich)
  • Zink — ein Spurenelement (Tagesbedarf wenige Milligramm)
  • Selen — ein Spurenelement (Tagesbedarf im Mikrogrammbereich)
  • Vitamin B1 — ein wasserlösliches Vitamin
  • Vitamin D3+K2 — zwei fettlösliche Vitamine

Die unterschiedlichen Dosierungen unserer Produkte ergeben sich direkt aus dieser Einordnung. Ein Mengenelement wie Magnesium wird in Hunderten von Milligramm dosiert, ein Spurenelement wie Selen in Mikrogramm. Das ist kein Zufall, sondern folgt dem tatsächlichen Bedarf des Körpers.

Warum die Einordnung praktisch zählt

Die Systematik der Mikronährstoffe ist mehr als Theorie. Sie hilft, Produkte richtig einzuschätzen: Sie erklärt, warum die Prozentangaben auf dem Etikett (die NRV) so unterschiedlich ausfallen, warum manche Nährstoffe mit Fett eingenommen werden sollten und andere nicht, und warum ein Mono-Präparat einen anderen Zweck erfüllt als ein Kombiprodukt. Wer den Unterschied zwischen diesen Nährstoffen versteht, trifft bewusstere Entscheidungen – mehr dazu im Artikel Komplex- vs. Mono-Supplements.

Was bedeutet "essenziell"?

Ein Begriff taucht beim Thema Nährstoffversorgung immer wieder auf: essenziell. Er bedeutet, dass der Körper den Nährstoff nicht selbst herstellen kann und auf die Zufuhr von außen angewiesen ist. Die meisten Vitamine und alle für den Menschen wichtigen Mineralstoffe sind essenziell – sie müssen über die Nahrung oder Ergänzung aufgenommen werden.

Es gibt wenige Ausnahmen: Vitamin D kann der Körper bei ausreichender Sonneneinstrahlung selbst bilden, und Vitamin K wird teilweise von Darmbakterien produziert. Die Mehrheit der Mikronährstoffe muss aber zugeführt werden.

Und sekundäre Pflanzenstoffe?

Eine dritte Gruppe wird oft im selben Atemzug genannt, gehört aber streng genommen nicht zu den Mikronährstoffen: die sekundären Pflanzenstoffe. Dazu zählen etwa die Polyphenole, Carotinoide oder die charakteristischen Pflanzenöle bestimmter Kräuter. Sie sind nicht im klassischen Sinne essenziell – der Körper überlebt auch ohne sie – werden aber wegen ihrer Eigenschaften geschätzt.

Genau hier liegt der Unterschied zwischen unseren beiden Produktwelten: Die Kollektion "Essenzielle Nährstoffe" umfasst die echten Mikronährstoffe (Vitamine und Mineralstoffe). Unsere Pflanzenöl-Kapseln dagegen liefern sekundäre Pflanzenstoffe – eine andere Kategorie mit eigener Logik. Diese Trennung ist bewusst gewählt und folgt der wissenschaftlichen Systematik.

Häufige Fragen

Was sind Mikronährstoffe?

Mikronährstoffe sind Nährstoffe, die der Körper nur in kleinen Mengen benötigt, die aber lebensnotwendig sind. Dazu zählen die Vitamine und die Mineralstoffe. Im Gegensatz zu Makronährstoffen (Kohlenhydrate, Fette, Proteine) liefern sie keine Energie, sind aber an unzähligen Stoffwechselprozessen beteiligt.

Was ist der Unterschied zwischen Vitaminen und Mineralstoffen?

Vitamine sind organische Verbindungen, die meist von Pflanzen oder Tieren gebildet werden. Mineralstoffe sind anorganische Elemente, die ursprünglich aus Gesteinen und Böden stammen. Beide gehören zu den Mikronährstoffen, unterscheiden sich aber chemisch grundlegend.

Was sind Spurenelemente?

Spurenelemente sind Mineralstoffe, die im Körper in einer Konzentration von weniger als 50 mg pro Kilogramm Körpergewicht vorkommen. Dazu zählen unter anderem Zink, Selen, Eisen, Jod und Kupfer. Mineralstoffe mit höherer Konzentration heißen Mengenelemente.

Sind Magnesium und Zink dasselbe?

Beide sind Mineralstoffe, gehören aber zu unterschiedlichen Gruppen. Magnesium ist ein Mengenelement (über 50 mg/kg Körpergewicht), Zink ein Spurenelement (unter 50 mg/kg). Beide sind essenziell und müssen über die Nahrung zugeführt werden.

Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung sowie eine gesunde Lebensweise. Die empfohlene tägliche Verzehrmenge darf nicht überschritten werden. Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.

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