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Fettlösliche Vitamine vs. wasserlösliche

Dr. Jana Palm
6 Minuten

Fettlösliche Vitamine vs. wasserlösliche

In diesem Artikel

Vitamine lassen sich in zwei große Gruppen einteilen: fettlösliche und wasserlösliche. Diese Unterscheidung klingt nach Biochemie-Unterricht, hat aber einen sehr praktischen Nutzen. Sie erklärt, warum manche Vitamine zu einer fetthaltigen Mahlzeit eingenommen werden sollten und andere nicht, warum der Körper manche speichern kann und andere ausscheidet – und warum die Einnahme-Empfehlungen je nach Vitamin so unterschiedlich ausfallen. In diesem Artikel erklären wir den Unterschied von Grund auf.

Die zwei Gruppen im Überblick

Die Einteilung folgt einer einfachen Frage: Löst sich das Vitamin in Fett oder in Wasser?

  • Fettlöslich: Vitamin A, Vitamin D, Vitamin E, Vitamin K
  • Wasserlöslich: die acht B-Vitamine (B1, B2, B3, B5, B6, B7, B9, B12) und Vitamin C

Das sind vier fettlösliche und neun wasserlösliche Vitamine. Diese Zuordnung ist fest – sie ändert sich nicht und bildet das Fundament für das Verständnis der Vitaminaufnahme.

Wo die beiden Gruppen natürlich vorkommen

Die Löslichkeit spiegelt sich auch in den natürlichen Quellen wider. Fettlösliche Vitamine finden sich häufig in fetthaltigen Lebensmitteln: Vitamin A in Leber und Eigelb, Vitamin D in fettem Fisch, Vitamin E in pflanzlichen Ölen und Nüssen, Vitamin K in grünem Blattgemüse (oft zusammen mit etwas Fett verzehrt). Dass diese Vitamine ohnehin meist in Begleitung von Fett aufgenommen werden, ist kein Zufall – es entspricht ihrem Aufnahmeweg.

Wasserlösliche Vitamine kommen breiter verteilt vor: B-Vitamine in Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Fleisch und Gemüse, Vitamin C vor allem in Obst und frischem Gemüse. Da der Körper sie kaum speichert, ist eine regelmäßige Zufuhr über die Ernährung wichtig.

Die Eselsbrücke: EDEKA

Die vier fettlöslichen Vitamine lassen sich mit einem bekannten Merkwort einprägen: EDEKA. Die Buchstaben stehen für die fettlöslichen Vitamine E, D, E, K und A. Wer sich EDEKA merkt, hat die fettlöslichen Vitamine parat – alles andere ist wasserlöslich.

Warum der Unterschied bei der Aufnahme zählt

Hier wird die Unterscheidung praktisch relevant. Fettlösliche Vitamine können nicht einfach so durch die Darmwand wandern. Sie müssen sich zunächst mit fetthaltigen Transportstrukturen verbinden – sogenannten Mizellen, die im Darm aus Nahrungsfetten und Gallensäuren entstehen. Erst eingebettet in diese Fett-Transportkörper gelangen die fettlöslichen Vitamine durch die Darmwand in den Körper.

Die Konsequenz ist einfach: Ohne ausreichend Fett in der Mahlzeit fehlt das Transportmittel. Ein Teil der fettlöslichen Vitamine wird dann schlechter aufgenommen. Deshalb gilt die Empfehlung, fettlösliche Vitamine zu einer fetthaltigen Mahlzeit oder in einer ölbasierten Formulierung einzunehmen.

Wasserlösliche Vitamine funktionieren anders. Sie lösen sich im wässrigen Milieu des Darms und werden direkt aufgenommen – unabhängig davon, ob gerade Fett anwesend ist. Wer Vitamin C oder ein B-Vitamin einnimmt, muss auf die Fettzufuhr nicht achten.

Speicherung vs. Ausscheidung

Der zweite große Unterschied betrifft, was nach der Aufnahme passiert. Fettlösliche Vitamine kann der Körper speichern – vor allem in der Leber und im Fettgewebe. Diese Speicher ermöglichen es, dass eine Zufuhr auch über mehrere Tage hinweg wirken kann. Genau aus diesem Grund müssen manche fettlöslichen Vitamine nicht zwingend täglich zugeführt werden.

Wasserlösliche Vitamine werden dagegen kaum gespeichert. Was der Körper aktuell nicht braucht, wird größtenteils über den Urin ausgeschieden. Das hat zwei Folgen: Erstens müssen wasserlösliche Vitamine regelmäßiger zugeführt werden. Zweitens ist eine kurzfristige Überdosierung selten ein Problem, weil der Überschuss den Körper wieder verlässt. Mehr dazu, ob und wie man Vitamine überdosieren kann, steht im Artikel zu Höchstmengen.

Diese Speicherbarkeit hat aber auch eine Kehrseite: Weil fettlösliche Vitamine im Körper verbleiben, können sie sich bei dauerhaft sehr hoher Zufuhr anreichern. Bei den wasserlöslichen Vitaminen ist das kaum möglich, bei den fettlöslichen schon – ein Grund, warum gerade bei diesen vier auf eine sinnvolle Dosierung geachtet werden sollte. Das ist kein Widerspruch zur guten Aufnahme, sondern einfach die andere Seite derselben Eigenschaft.

MerkmalFettlöslich (A, D, E, K)Wasserlöslich (B, C)
Aufnahmebraucht Fett als Transportmittelunabhängig von Fett
Speicherungin Leber und Fettgewebekaum, Überschuss wird ausgeschieden
Zufuhrkann seltener erfolgensollte regelmäßig erfolgen

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ZUM PRODUKT

Was das für Nahrungsergänzungsmittel bedeutet

Diese Grundlagen erklären viele der Einnahme-Empfehlungen auf Produktseiten. Ein paar konkrete Beispiele:

Vitamin D (mit K2): Beide sind fettlöslich. Deshalb empfiehlt sich die Einnahme zu einer fetthaltigen Mahlzeit — das verbessert die Aufnahme spürbar. Auch die Speicherbarkeit spielt eine Rolle: Weil der Körper Vitamin D speichert, ist eine seltenere Einnahme möglich. Mehr dazu im D3-K2-Artikel.

Vitamin B1: Wasserlöslich. Es muss nicht mit Fett eingenommen werden und wird bei Überschuss ausgeschieden – einer der Gründe, warum es auch in höheren Mengen als gut verträglich gilt. Die Hintergründe stehen im Vitamin-B1-Artikel.

Öl-Kapseln: Bei fettlöslichen Inhaltsstoffen ist eine ölbasierte Formulierung naheliegend – das Öl dient direkt als Transportmedium und liefert das Fett, das die Aufnahme erleichtert, gleich mit.

Wie man Supplements generell richtig einnimmt – Zeitpunkt, Kombinationen, Mahlzeiten – haben wir im Artikel Supplements richtig einnehmen zusammengefasst. Die Unterscheidung zwischen fettlöslichen und wasserlöslichen Vitaminen ist dabei einer der wichtigsten Bausteine.

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ZUM PRODUKT

Das Wichtigste in Kürze

Fettlösliche Vitamine (A, D, E, K) brauchen Fett zur Aufnahme und werden im Körper gespeichert. Wasserlösliche Vitamine (B-Komplex und C) werden unabhängig von Fett aufgenommen und bei Überschuss ausgeschieden. Wer diese eine Unterscheidung verinnerlicht, versteht die meisten Einnahme-Empfehlungen von selbst.


Häufige Fragen

Welche Vitamine sind fettlöslich?

Fettlöslich sind vier Vitamine: A, D, E und K. Eine einfache Eselsbrücke ist das Wort EDEKA - es enthält die Buchstaben E, D, E, K und A. Alle anderen Vitamine (die B-Vitamine und Vitamin C) sind wasserlöslich.

Warum sollte man fettlösliche Vitamine mit Fett einnehmen?

Fettlösliche Vitamine müssen sich für die Aufnahme an fetthaltige Transportstrukturen im Darm binden. Ohne gleichzeitige Fettzufuhr wird ein Teil schlechter aufgenommen. Eine fetthaltige Mahlzeit oder eine ölbasierte Formulierung verbessert die Aufnahme.

Was ist der Unterschied bei der Speicherung?

Fettlösliche Vitamine werden im Körper gespeichert - vor allem in Leber und Fettgewebe. Wasserlösliche Vitamine werden kaum gespeichert; ein Überschuss wird größtenteils über den Urin ausgeschieden. Deshalb müssen wasserlösliche Vitamine regelmäßiger zugeführt werden.

Muss ich Vitamin C mit Fett einnehmen?

Nein. Vitamin C ist wasserlöslich und wird unabhängig von der Fettzufuhr aufgenommen. Die Einnahme mit Fett ist nur bei den fettlöslichen Vitaminen A, D, E und K relevant.

Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung sowie eine gesunde Lebensweise. Die empfohlene tägliche Verzehrmenge darf nicht überschritten werden. Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.


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